Werkstattgespräch: MeetingDebate

“Wer von Ihnen glaubt, dass er am Ende seines Berufslebens sagen wird: Ach, wäre ich nur in mehr Meetings gegangen!”

Der Veranstaltungsraum der Designwerkstatt Coburg sind am 9. November bis auf den letzten Platz besetzt, aber keiner meldet sich. Wenig überraschend, wenn man bedenkt, dass Meetings heute oft als langweilige Zeitverschwendung gesehen werden. Gerade wenn es um neue Ideen und Konzepte geht, braucht es aber Besprechungen – schließlich soll das Team in den Prozess eingebunden werden.

Eine Möglichkeit, Besprechungen effektiver und effizienter zu machen, ist die Methode der MeetingDebate. Im Werkstattgespräch stellte Sarah T. P. Andiel das moderne Konzept vor.

Sarah T. P. Andiel im Werkstattgespräch
Sarah T. P. Andiel im Werkstattgespräch
MeetingDebate – Entscheidungsthemen effektiv und effizient besprechen
  • Schritt 1: Das Thema festlegen. In unserem Fall: “Brauchen wir ein Recht auf Feierabend?”
  • Schritt 2: Das Team in Pro und Contra aufteilen. Es wird zugelost, wer sich für und wer sich gegen den Vorschlag ausspricht. Vorteil: Persönliche Befindlichkeiten treten in den Hintergrund, es geht um die Sache. Team Pro und Team Contra bereiten sich jeweils gemeinsam auf die Debatte vor.
  • Schritt 3: Debatte. In der Showdebatte des Abends debattierten – stellvertretend für die Mitarbeiter eines Unternehmens – sechs Mitglieder des Debattierclubs Coburg. Jeder Redner erhielt drei Minuten Redezeit; Pro und Contra wechselten sich ab.
  • Schritt 4: Offene Aussprache. Für 20 Minuten konnte sich das Publikum mit der eigenen Meinung einbringen; auch Fragen an die Redner waren möglich.
Mitglieder des Debattierclub Coburg debattieren zum Thema "Brauchen wir ein Recht auf Feierabend?"
Mitglieder des Debattierclub Coburg debattieren zum Thema “Brauchen wir ein Recht auf Feierabend?”

Vielen Dank an die Rednerinnen und Redner von Speakers’ Corner, dem Debattierclub der Hochschule Coburg: Stefanie Witter, Tobias Speyerer, Patrick Taschek, Michaela Schnappinger, Dunja Zöller und Annika Manger!

Das Ergebnis: In nur 40 Minuten wurde das Thema “Brauchen wir ein Recht auf Feierabend” von allen Seiten beleuchtet. Obwohl die meisten Redner Debattier-Anfänger waren, gab es eine breite Fülle an schlüssigen Argumenten und konkreten Beispielen und nach der Debatte lang anhaltenden Applaus für alle Redner. Die Meinungen aus dem Publikum wurden offen geäußert – schließlich waren die Extrempositionen Pro und Contra bereits in der Debatte genannt worden.

Welchen Nutzen hat die Methode MeetingDebate also für Besprechungen? Für das Thema der Besprechung bedeutet es mehr Transparenz und Offenheit – eine gute Grundlage für die Unternehmenskultur. Und ganz nebenbei trainieren die Mitarbeiter ihre rhetorische Fähigkeiten und ihre kognitive Agilität in einem respektvollen und toleranten Miteinander.

Wir fanden den Vortrag sehr gut und haben beschlossen, einige der Anregungen in unsere tägliche Arbeit einfließen zu lassen.

Tatjana Luther, Vertriebsleitung, IT-NETWORKS datentechnik pro GmbH & Co. KG

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4 Gedanken zu „Werkstattgespräch: MeetingDebate

  1. GerdWitzgall Antworten

    Hallo Sarah,
    ein Auszug aus Eurem Programm: “Der Veranstaltungsraum der Designwerkstatt Coburg ist am 9. November bis auf den letzten Platz besetzt, aber keiner meldet sich. Wenig überraschend, wenn man bedenkt, dass Meetings heute oft als langweilige Zeitver-schwendung gesehen werden. Gerade wenn es um neue Ideen und Konzepte geht, braucht es aber Besprechungen – schließlich soll das Team in den Prozess eingebunden werden.” (Zitat Ende).
    Was mir fehlt: wie fasst Ihr die mitgebrachten negativen Meinung der Teilnehmer zu Meetings bereits, z. B. durch einen spektakulären Kick Off an, der diese schon mit den ersten 2-3 Sätzen anpackt, so dass sie neugierig werden und aufmerken. Der bekannte aha-Effekt. Das verlangt dann aber auch, daß sich dieses Wake Up durch die/den Referenten/in in Intervallen und variantenreicht wiederholt. Die Zuhörer werden nämlich mit fortschreitender Seminardauer anspruchsvoller. Der Erfolg eines solchen Kurses hängt – unabhängig von Thema und Sachgehalt – nach meiner Erfahrung erheblich von dieser oder adäquater Methodik ab. Motto: (Be)merkenswert sein.
    Beste Grüße von Gerd

  2. GerdWitzgall Antworten

    Hallo Sarah,
    ein Auszug aus Eurem Programm: “Der Veranstaltungsraum der Designwerkstatt Coburg ist am 9. November bis auf den letzten Platz besetzt, aber keiner meldet sich. Wenig überraschend, wenn man bedenkt, dass Meetings heute oft als langweilige Zeitver-schwendung gesehen werden. Gerade wenn es um neue Ideen und Konzepte geht, braucht es aber Besprechungen – schließlich soll das Team in den Prozess eingebunden werden.” (Zitat Ende).
    Was mir fehlt: wie fasst Ihr die mitgebrachten negativen Meinung der Teilnehmer zu Meetings bereits, z. B. durch einen spektakulären Kick Off an, der diese schon mit den ersten 2-3 Sätzen anpackt, so dass sie neugierig werden und aufmerken. Der bekannte aha-Effekt. Das verlangt dann aber auch, daß sich dieses Wake Up durch die/den Referenten/in in Intervallen und variantenreicht wiederholt. Die Zuhörer werden nämlich mit fortschreitender Seminardauer anspruchsvoller. Der Erfolg eines solchen Kurses hängt – unabhängig von Thema und Sachgehalt – nach meiner Erfahrung erheblich von dieser oder adäquater Methodik ab. Motto: (Be)merkenswert sein.
    Beste Grüße von Gerd

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