Sarah Andiel am Set von Contra

Für viele Menschen steht das auf der Bucket List ziemlich weit oben: Einmal im Leben bei einem Kinofilm mitspielen. Und obwohl Sarah T. P. Andiel, Geschäftsführerin von DebateConsult, als Teenager Theater gespielt hat, hätte sie sich nie träumen lassen, dass sie selbst mal in einem Kinofilm zu sehen sein würde. Doch im Oktober 2021 ist es soweit: Sarah Andiel ist in Sönke Wortmanns Film “Contra” in einer kleinen Nebenrolle zu sehen. Außerdem war sie Rhetorik-Coach für Hauptdarstellerin Nilam Farooq. Hier berichtet sie von ihren Erfahrungen.


DebateConsult: Wie kam es dazu, dass du bei Contra mitgespielt hast?
Eine Kombination aus drei Faktoren: Nilam Farooq und ich haben uns gut verstanden, ich hatte Gelegenheit, meine rhetorischen Fähigkeiten zu zeigen und ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort – bei den Deutschsprachigen Debattiermeisterschaften 2019 saßen Sönke Wortmann, Nilam Farooq und ich gemeinsam in der Ehrenjury.


DebateConsult: Du hast Nilam Farooq rhetorisch gecoacht. Was kann man einer Profi-Schauspielerin noch beibringen?
Wir haben vor allem detailliert die rhetorische Entwicklung besprochen, die “Naima Hamid”, Nilams Rolle, durchmacht. Wie genau unterscheidet sich die Gestik einer rhetorisch ungeübten Person von einer Person, die alle Tricks kennt? Was hat es mit dem rhetorischen Mittel der “dissimulatio artis”, dem Verbergen der Kunst, auf sich? Wie drückt sich Nervosität am Rednerpult im Sprechfluss aus? Solche Details waren für die Rolle sehr wichtig. Außerdem sind wir alle Reden durchgegangen und haben sie studiert – und dabei u.a. Parallelen zu Shakespeares “Julius Caesar” gefunden. Ich war sehr beeindruckt, wie intensiv sich Nilam auf die rhetorischen Aspekte ihrer Rolle vorbereitet hat.


DebateConsult: Welche Rolle wirst du in “Contra” spielen?
Ich spiele die Rolle der “ersten Vorsitzenden”. Die Aufgabe meiner Rolle ist es, die Debatte zu moderieren. Also etwas, das ich beruflich sowieso ständig tue. Allerdings werde ich dabei eher selten gefilmt…

DebateConsult: Wann hast du gemerkt, dass du nervös bist?
Beim Frühstück. Es war ein schickes Hotel mit einem fantastischen Frühstücksbuffet, aber mehr als eine Tasse Kaffee und ein halbes Brötchen habe ich nicht runtergekriegt. Zum Glück wurde ich sehr früh am Morgen abgeholt und während der Fahrt konnte ich meine Nerven mit etwas Pep-Talk und ein paar Atemübungen beruhigen.


DebateConsult: Wie hast du die Arbeit am Set erlebt?
Alles lief gleichzeitig sehr schnell und sehr langsam ab. Alle waren unglaublich effizient – kaum war ich angekommen, wurde ich vom Fahrer an die nächste Person weitergereicht, die mich zu meiner Kabine gebracht hat. Von dort ging es in die Maske und dann direkt zum Drehort in der Uni. Mittags gab es eine kurze Pause, aber sonst wurde durchgearbeitet. Trotzdem hatte ich recht viel Leerlauf, das heißt, ich saß auf meinem Stuhl, hatte nichts zu tun, durfte aber auch nicht weg. Ich bewundere alle Filmschaffenden für ihre Energie und Ausdauer bei der Arbeit. Als ich spät Abends im Zug nach Hause saß, war ich wirklich erschöpft. Dazu hat sicher auch beigetragen, dass es einer der heißesten Tage des Jahres war, wir bestimmt über 27°C im Raum hatten und ja keine Fenster öffnen konnten…


DebateConsult: Ist auch irgend etwas schief gelaufen?
Kurz vor dem Dreh kam Sönke Wortmann auf mich zu und hat mich gefragt, ob ich meinen Text kann. Natürlich hatte ich den geübt und konnte ihn auswendig. Beim ersten Take habe ich mich dann aber glatt versprochen… Das Team ist damit sehr entspannt umgegangen, das hat mir Sicherheit gegeben.


DebateConsult: Ab welchem Zeitpunkt hast du realisiert, dass du im Kino zu sehen sein wirst?
Meine Schwester hat mir einige Monate nach dem Dreh einen Link zur IMDb geschickt. Dort stand: “Sarah Andiel is an actor, known for Contra (2020)”. Da wusste ich: Es ist wirklich wahr. Ich komme ins Kino!


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