Sarah Andiel verstärkt GABAL-Regionalgruppenleitung

Leitung der GABAL Regionalgruppe Nordbayern erweitert: Sarah T. P. Andiel sucht im GABAL Verband neue Herausforderungen

Dieses Interview wurde im Online-Magazin GABAL-impulse 01/2021 veröffentlicht.

GABAL: Frau Andiel, um die Streitkultur in unserer Gesellschaft steht es schlecht. Woran liegt das?

Fragen Sie sich selbst: Wie oft reden Sie mit Menschen, die eine andere Meinung haben als Sie selbst? Gerade in der Zeit des Shutdowns sind für viele Menschen die Sozialen Medien die erste Anlaufstelle, um sich zu informieren und auszutauschen. Die Algorithmen sind so program­miert, dass sie das zeigen, was gefällt – und alles andere ausblenden. Das trägt dazu bei, dass die Menschen in unserer Gesellschaft es immer weniger gewohnt sind, mit anderen Meinungen umzugehen. Ein selbst­verstärkendes System. 

GABAL: Was bedeutet das für unsere Unternehmen?

Auch in Unternehmen stehen immer unterschiedliche Sichtweisen mit­einander in Konkurrenz. Das ist für uns als Menschen schwer auszu­halten und es gibt immer jemanden, der versucht, seine Meinung als die einzig richtige darzustellen. Stellen Sie sich vor, die Pandemie ist vorbei. Nach einer langen Zeit der Isolation im Homeoffice treffen jetzt ein Corona­Skeptiker und eine Impf­Befürworterin in der Kaffeeküche aufeinander. Das könnte schwierig werden … Wenn Meinungen zu fest­gefahren sind, ist Konflikt vorprogrammiert. Dies kann nicht nur unse­re Demokratie untergraben, sondern auch in Unternehmen zu massiven Schäden führen: Argumente, die nicht zu Ende gedacht sind, verleiten zu falschen Entscheidungen; unerkannte Fehlschlüsse behindern den Erfolg; Schwarz­-Weiß-­Denken führt zu Konflikten.

GABAL: Wie können wir als Weiterbildner:innen zu einer besseren Streitkultur beitragen?

Wir als Weiterbildner:innen müssen die Menschen dabei unterstützen zu erkennen, wie wertvoll es ist, anders Denkenden zuzuhören und die eigene Sichtweise immer wieder zu hinterfragen. Ich habe es mir mit meinem Unternehmen DebateConsult zur Aufgabe gemacht, die profes­sionelle Streitkultur in Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zu fördern. Um das zu erreichen, arbeite ich mit der Königsdisziplin aller rheto­rischen Übungen: der Debatte. Zudem bilde ich Debattiertrainer:innen aus, damit diese Trainingsmethode möglichst weit verbreitet wird und so ihre volle Kraft für unsere Gesellschaft entfalten kann.

GABAL: Wie kamen Sie auf das Thema Debatte?

Schon als Jugendliche habe ich mich intensiv mit Rhetorik beschäftigt. Mit 17 habe ich meine erste größere Arbeit zum Thema „Rhetorik – die erfolgreiche Rede” geschrieben und beschlossen, Rhetoriktrainerin zu werden. Neben meinem Rhetorikstudium in Tübingen habe ich mich selbstständig gemacht und dort auch das Debattieren als Redesport ken­nengelernt. Es ist einfach erstaunlich, wie effizient diese Trainingsme­thode ist. Ich habe im Debattierclub mehr gelernt als im Studium (lacht). 

Für mich war klar: Ich will die Streitkultur in unserer Gesellschaft verbessern. Heute ist mein Unternehmen DebateConsult Marktführer für Debattiertrainings und Showdebatten in Deutschland. Meine Trainer:innen haben etliche Preise und Titel gewonnen, z.B. „Deutsche Debattiermeister:in”. 

GABAL: Welche Erfahrung bringen Sie für die Leitung der Regionalgruppe mit?

Für die Deutsche Debattiergesellschaft e.V. war ich maßgeblich an der Konzeptionierung der Debattiertrainer:innen­Ausbildung beteiligt; das Projekt Train­-the-­Trainer habe ich bis 2020 ehrenamtlich geleitet. 2019 habe ich die European Debate Trainers Association begründet. Und seit Mai 2020 stelle ich mein Management-­Talent mit meiner kleinen Toch­ter noch einmal neu unter Beweis. 

GABAL: Was möchten Sie für die RG Nordbayern erreichen?

Nachdem ich 2020 erfolgreich am GABAL Mentoring teilgenommen habe, möchte ich jetzt gerne etwas an den Verband zurückgeben. Ich freue mich riesig auf die gemeinsame Arbeit mit Julia Kunz in der Lei­tung. Besonders wichtig ist es mir, unsere Mitglieder beim Aufbau ihres persönlichen Netzwerks zu unterstützen.

Frau Andiel, wir danken Ihnen für das Gespräch.


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